Podiumsdiskussion "Quotenregelung für Frauen im Sport - sinnvoll oder überflüssig?"

Salzburg, am 12.9.2013   

Zahlreiche Erfahrungen aus anderen Gesellschaftsbereichen zeigen, dass Frauen durch gezielte Quotenregelungen Zugang zu Führungs- und Entscheidungsfunktionen bekom-men. Nach über zehn Jahren Quotenregelung in der Salzburger Landessportorganisation wollte die Plattform Frauen im Sport als Initiatorin der Podiumsdiskussion diesen Erfahrungswerten auf den Grund gehen. Dazu wurde ein Podium mit prominenten VertreterInnen aus Sport und Politik besetzt.

 

Die neue Salzburger Landesrätin für Sport und Frauen Mag.a Martina Berthod MBA nahm am Podium ebenso Platz wie der langjährige Sportredakteur der SN Hand Adrowitzer. Aus der Praxis sprachen die ehemalige Weltmeisterin im Orientierungslauf Mag.a Lucie Böhm, die seit über einem Jahr im Salzburger Landessportrat sitzt und Dr.in Rosa Diketmüller - Initiatorin der Platt-form Frauen im Sport und Mitarbeiterin am Zentrum für Sportwissenschaften der Universtität Wien.

Nach einer "Aufwärmrunde", in welcher die TeilnehmerInnen ihre aktuellen Funktionen im Sport darstellten, mussten sie in der zweiten Runde auf die von Moderatorin Christine H. Seemann MTD gestellten Fragen "Farbe" bekennen. Ist die Quotenregelung ein sinnvolles Instrument, um auch im Sportbereich den Anteil an Frauen in Entscheidungsfunktionen zu erhöhen und ihnen den medialen Stellenwert zukommen lasse, der ihnen aufgrund von demographischen Werten zusteht?

 

Eindeutige Antworten kamen von Rosa Diketmüller und Martina Berthold. Beide bejahten den Einsatz von Quoten grundsätzlich und zeigten durch Beispiele nachvollziehbar auf, wie diese sinnvoll eingesetzt werden. Nicht ganz so sicher in ihrer Aussage wirkte Lucie Rothauer. Sie habe als Spitzensportlerin nie eine Benachteiligung erlebt und fühlt sich in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit sehr wohl. Jedoch bemerke sie schon einen Unterschied in der Partizpation von Mädchen und Frauen im Sport zwischen Österreich und den nordischen Ländern. Sie hat in Stockholm gelebt und dort gesehen, dass Mädchen genau so häufig Fußballspielen wie Burschen. Hans Adrowitzer outete sich klar als Gegner der Quote in seinem Arbeitsbereich. Dort habe er mehrere Mit-arbeiterinnen gehabt, die sich dann aber in andere Redaktionsbereiche wegentwickelt haben. Ein Versuch der SN zwei Frauen durch einen Mann zu ersetzen, brachte keine Steigerung der LeserInnenschaft für die Sportseiten.

 

In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum war der Grundtenor der Aussagen, dass alle Erfahrungen vor allem von im Sport tätigen Frauen zeigen, wie wichtig Quotenregelungen sind. Dies auch gerade am Beispiel des Salzburger Landessportgesetzes, welches mit der 25% Quote Vorbildwirkung für andere Bundesländer hat. Nach über zehen Jahren ist es leider aber noch immer nicht gelungen, mehr als den verpflichtenden Anteil von Frauen im höchsten Salzburger Sportgremium zu erreichen.

 

Das Ziel der Veranstaltung in Salzburg einen Input zu diesem wichtigen Thema zu geben wurde erreicht. Über zehn der anwesenden PublikumsteilnehmerInnen erklärten sich zu einer Mitarbeit an einem Netzwerk für Frauen im Sport im Bundesland Salzburg bereit.